Der Slogan „Recht auf Arbeit“ wird von politischen Parteien, aber auch von Religions-Gemeinschaften gerne und, wie mir scheint, auch kritiklos verwendet.
Zunächst soll der Begriff Arbeit näher beleuchtet werden. Unter „Arbeit“ wird Verschiedenes verstanden. Es wäre daher zunächst zu klären, welche Art von Arbeit gemeint ist, die hier als „Recht“ für jeden Bürger beansprucht wird.
Dann sind auch die möglichen negativen Folgen dieser „Arbeit“ zu hinterfragen.
Was bedeutet Recht auf Arbeit haben?
Diese Frage hat mich in ein unüberblickbares Meer von Assoziationen gestürzt, die ohne Wertung aufgelistet werden:
- Genesis 3,16 – 19: Adam wird mit mühevoller Arbeit zur Gewinnung des täglichen Brotes bestraft. Eva muss für den Weiterbestand des Menschengeschlechtes Schmerzen erdulden und von ihrem Mann unterdrückt werden.
- In Genesis 4, 3-8 wird der erste Mord aus Neid beschrieben
- Hannah Arendt
- Manchester, Industrie
- Marx
- Besitzlosigkeit und ihre Folgen, Kommunismus
- Weitere Assoziationen:
- Eigentum
- Besitz
- Wert
- Arbeit
- Produkt
- Gemeinwohl
- Probleme der produktiven Arbeit
- Lösungsvorschläge
Ad 1) Genesis (3,16 – 19)
Arbeit bedeutet in Genesis (3,16 – 19), dass Adam die Nahrung, die er zum Leben benötigt, nicht mehr, wie im Paradies, mühelos einsammeln kann, sondern nach seiner Ausweisung aus dem Paradies mühevoll einem kargen Ackerboden abringen muss. Eva wird unter Schmerzen neue Menschen gebären müssen und doch nicht von ihrem Mann ablassen können.
Diese Form von Arbeit sieht der biblische Berichterstatter als Bestrafung für die Übertretung eines Gebotes an. Mit seiner sehr mühevollen Tätigkeit hat Adam die Möglichkeit, die zum Leben notwendigen Acker-Produkte zu erzeugen. Adamah heißt auf Hebräisch Ackerboden.
Auch die Frau muss, um das Fortbestehen der Menschheit zu sichern, neue Menschen zur Welt bringen. Das war mit erheblichen Schmerzen verbunden. „Nein, nicht noch einmal“ konnte sie auch nicht sagen, denn sie musste einem inneren Trieb folgen und ihrem Mann „anhangen“.
Also für beide kein Honiglecken, man könnte sogar sagen, dass die Strafe für die Frau noch strenger als die für den Mann gewesen ist.
Aber, was tut man nicht alles, wenn es um das nackte Überleben geht.
Von einem Recht auf diese Arbeit hat wohl niemand gesprochen.
Über diese Art der Arbeit sagt Hannah Arendt: „Arbeit ist nicht mit Freiheit verbunden, sondern stellt einen Zwang zur Erhaltung des Lebens dar, dem der Mensch von der Geburt bis zum Tod ständig unterliegt.“
Ad 2) Genesis 4, 3-8
In Genesis 4, 3-8 wird der erste Mord aus Neid beschrieben. Anscheinend kam es bald zu einer gewissen Arbeitsteilung: Es gab Menschen, die sich um den Acker kümmerten, und solche, die sich der müheloseren Viehzucht widmeten. Der Erfolg dieser Bemühungen um das für das Leben Notwendigste war allerdings keineswegs gesichert. Um die Verbesserung der Erfolgs-Sicherung bemühte man sich durch Opfergaben an Gott.
Gott schätzte offensichtlich die dem Boden mühevoll abgerungenen Gaben mehr, als die durch Viehzucht mit viel geringerer Mühe erzeugten.
In der Bibel repräsentieren Abel (Ackerbau) und Kain (Viehzucht) diese beiden Erwerbszweige. Gott nahm nur das Opfer Abels wohlwollend an. Das veranlasste den eifersüchtigen Kain zum Brudermord an Abel.
Bemerkung:
Über den „Wert“ einer Opfergabe wird auch bei Markus 12, 42-44 berichtet: „da kam auch eine arme Witwe und warf zwei kleine Münzen (in den Opferkasten) hinein. Er (Jesus) rief seine Jünger zu sich und sagte: „Diese arme Witwe hat mehr in den Opferkasten hineingeworfen als alle anderen. Denn sie alle haben nur etwas von ihrem Überfluss hergegeben, diese Frau aber, die kaum das Nötigste zum Leben hat, hat alles gegeben, was sie besaß…“
Dieser erste Mord hängt also mit einer mühevollen, dem Überleben dienenden Form der Arbeit zusammen.
Mit dem Recht auf Arbeit wird auch diese Art von Arbeit nicht verlangt werden, da sie ja mehr Strafe als anzustrebende Lebensform ist.
Ad 3) Hannah Arendt
(Zum Teil zitiert aus Wikipedia (gekennzeichnet durch Apostroph)
https://de.wikipedia.org › wiki › Vita_activa_oder_Vom tätigen Leben)
Hannah Arendt beschäftigt sich in ihrem philosophischen Hauptwerk mit drei Arten der Arbeit: Die dem Erwerb der Lebensbedürfnisse dienenden Tätigkeit, die sie Arbeit nennt. Die Arbeit zur Erzeugung von sonstigen Dingen, die zwar nicht notwendig, aber erstrebenswert sind, wie zum Beispiel Kunstgegenstände, nennt sie Herstellen.
„Die von Arendt eingeführte Unterscheidung zwischen Arbeiten und Herstellen bezieht sie auf Produktion. Als Produkte der Arbeit bezeichnet sie Konsumgüter, die „verbraucht“ werden, während Produkte des Herstellens oder des Werkens „gebraucht“ werden“.
Die dritte Form der Arbeit nennt sie Handeln und meint damit die Tätigkeit, die aus der einmaligen Form des Menschseins entspringt.
„Das Handeln spielt sich „zwischen“ den Individuen ab und veranschaulicht zugleich die Einzigartigkeit und Pluralität menschlichen Seins. Das Handeln ist im ontologischen Sinne eine menschliche Fähigkeitsoption. Jedes Individuum kann, argumentiert Arendt, gesellschaftlich existieren, ohne jemals selbst zu arbeiten oder selbst etwas herzustellen. Handeln hingegen stellt den Kern menschlicher Interaktion und damit politischen Existierens dar, was für Arendt eine fundamentale Eigenschaft menschlichen Seins ist. Kommunikation, d. h. „Finden des rechten Wortes im rechten Augenblick“ ist immer schon handeln. „Stumm ist nur die Gewalt, und schon aus diesem Grunde kann die schiere Gewalt niemals Anspruch auf Größe machen.“ Hierher gehört zum Beispiel auch die schöpferische Tätigkeit des Menschen.
Bemerkung:
Die hier genannte „Arbeit“ und auch das „Herstellen“ sind Arbeitsformen, auf die man ein Recht anstreben könnte.
Ad 4) Industrialisierung
Im Rahmen der Entwicklung von industriellen Produkt-Herstellungsformen hat die menschliche Vernunft Arbeits-Formen in Fabriken erfunden, die nur Gewinn-Maximierung zum Ziel hatten und den Menschen versklavten durch Reduktion auf Überlebenstätigkeit. Manchester-Industrie ist das Schlagwort dafür.
Eine Beschreibung der damaligen Zustände gibt Google (https://stuudyflix.de >geschichte>industrialisierung):
Schlechte Arbeitsbedingungen und niedrige Löhne waren aber auch Folgen der Industrialisierung in England. Die Arbeiter litten gesundheitlich unter den Abgasen der Maschinen und den extrem langen Arbeitszeiten. Außerdem kam es oft zu Unfällen an den Maschinen.
Gleichzeitig war das Angebot an Arbeitskräften so groß, dass diese leicht zu ersetzen waren. Im Falle einer Krankheit oder bei schlechter Leistung konnte der Chef einfach jemand Neues einstellen! Das war den Arbeitern bewusst. Sie waren gezwungen, unter diesen Bedingungen zu arbeiten, damit sie ihre Jobs behalten konnten.
Zusätzlich gab es auch Kinderarbeit. Kinder mussten in Fabriken arbeiten, da der Lohn der Eltern oft nicht ausreichte, um die Familie zu versorgen.
Probleme am Arbeitsplatz führten zu verschiedenen Missständen in der Gesellschaft. Es gab Armut, Arbeitslosigkeit, Wohnungsprobleme und die Ausgrenzung von Gruppen aus der Gesellschaft.
Die soziale Misere spiegelt sich auch in den Wohnverhältnissen: Familien von sechs und mehr Personen wohnen in einem oder zwei Zimmern. Viele sind unterernährt, die hygienischen Bedingungen schlecht. Krankheiten wie Tuberkulose breiten sich aus, die Zahl der Säuglinge, die nach der Geburt sterben, ist hoch. Ausbeutung und Massenelend – das kennzeichnet die ersten Jahrzehnte des industriellen Kapitalismus.
Auch diese Arbeit ist wohl nicht gemeint als eine solche, auf die man Anspruch erheben sollte.
Ad 5) Karl Marx
Marx hat zu Recht die Manchester-Industrie als Entmenschlichung des Menschen bezeichnet. Diese beruht auf der Trennung des Menschen von dem Besitz des Produktes seiner Arbeit. Den Besitz dieses Produktes beansprucht ausschließlich der, der Material und Maschinen besitzt und diese dem Arbeiter für die Arbeit bei der Herstellung der Produkte zur Verfügung stellt. Für seine Arbeit erhält der Arbeiter den Lohn. Mit diesem wird er auf das reine „Gerad-noch-Überleben-Können“ reduziert. Marx hat Besitz und Kapitalismus für diesen Zustand verantwortlich gemacht. Die Radikallösung dieses Problems sieht Marx in der Abschaffung des Besitzes.
Von dem Recht auf solche Arbeit kann wohl nicht die Rede sein.
Ad 6) Kommunismus
Die Radikallösung der Besitz-Enteignung als Staats-Doktrin hat aber, wie das Beispiel Russlands zeigt, zu einer noch größeren Katastrophe als der des Manchester-Kapitalismus geführt. Millionen Menschen wurden umgebracht oder sind verhungert.
Ad 7) Acht Begriffe
Eigentum, Besitz, Wert, Arbeit, Produkt, Wohlstand, soziale Probleme und Gemeinwohl.
- Diese Begriffe sind eng miteinander verbunden und verflochten, ich würde sogar sagen verfilzt. Um diese Begriffe und ihre Verflochtenheit zu verstehen, bedarf es eines mehrjährigen Hochschulstudiums und ist mit der Erreichung von akademischen Titeln verbunden.
Bemerkung:
Dieses Studium ist für Studenten sehr attraktiv und überlaufen. Der Grund hierfür ist wohl die Erwartung der Studenten, durch ihr Wissen den Verlauf ihrer eigenen ökonomischen Lebensbedingungen deutlich zu verbessern.
- An einer gerechten Lösung dieser Verflechtungen arbeiten Politik, Wirtschaft, Gewerkschaft, Sozialpartner und nicht zuletzt die Wissenschaft. Für gute Lösungsvorschläge, besonders Richtung Gemeinwohl, gibt es sogar den Nobel-Preis.
Gedanken zu diesen Problemen:
Ich bin nicht in der Lage, mich wissenschaftlich zu diesen Problemen zu äußern.
Hingegen mache ich mir philosophische Gedanken dazu, die ich darzulegen versuchen will.
Eigentum und Besitz
- Zunächst geht es um die Begriffe Eigentum und Besitz. Oft werden sie ja als Synonyma gebraucht. Eigentum bedeutet, dass der Eigentümer im Rahmen der Rechtsordnung das Entscheidungsrecht über eine Sache hat. Besitz bedeutet die Verfügungsgewalt über eine Sache. Beim Besitz gibt es soziale Verpflichtungen vor allem in Richtung Gemeinwohl.
Bemerkung:
Bei dieser Definition habe ich mich auf mein Rechtsgefühl verlassen. Vom in Österreich geltenden Recht aus werden Eigentum und Besitz viel differenzierter gesehen. Auch das Verfügungsrecht spielt hier eine Rolle.
Werte und Gemeinwohl
- Um das Gemeinwohl ging es bei sogenannten Wertekonferenzen. Eine solche fand Anfang des vergangenen Jahrhunderts in Wien statt. Einerseits wurde Gemeinwohl als das Produkt des durchschnittlichen Einzelwohlstandes mal der Anzahl der Gesamtbevölkerung definiert als das Gesamtwohl eines Staates. Unberücksichtigt blieb in dieser Berechnung das Einzelwohl jener Bürger, die unter dem Durchschnittswohl lagen. Damals opponierte Max Scheeler gegen diese zunächst ganz schön klingende Definition des Staats-Wohls. Er verlangte als Maß für den Gesamtwohlstand, den minimalen Wohlstand des ärmsten Bürgers heranzuziehen. (Ich zitiere hier aus meinem Gedächtnis).
Dies deckt sich einigermaßen mit meiner Ansicht.
- Sowohl Eigentum als auch Besitz umfassen Werte einerseits an Produkten, andererseits an Geld als Basis und Hilfe für den Tausch von Produkten.
Produkte
- Man kann unterscheiden zwischen Produkten, die zur Erhaltung des Lebens notwendig (Lebensmittel) sind und solchen Produkten, deren Besitz erwünscht ist, z.B. Freude bereitet.
- Als Wert eines Produktes kann gelten, was für den Eigentumserwerb eines solchen Produktes gezahlt wird.
- Dieser Wert ändert sich mit dem Bedarf eines Produktes. Bei Verknappung eines Lebensmittels steigt er ins Unermessliche. Üble Spekulanten agierten mit einer solchen Nötigung. Hier ist (war) der Staat gezwungen, die gesetzliche Notbremse zu ziehen.
- Produkte werden durch Arbeit hergestellt. Für die Herstellung eines Produktes erhält der Arbeitende einen großen Anteil am Wert des Produktes.
- Unter Produkt ist nicht nur ein Gegenstand zu verstehen, sondern auch Gesundheit oder Kunst.
Wohlstand
- Der vermehrte Gesamtwohlstand des Staates im Laufe eines Jahres wird als Brutto-National-Produkt (BNP) bezeichnet.
Das BNP ist der Wert aller Güter (Waren und Dienstleistungen), der in einem bestimmten Zeitraum (einem Jahr) innerhalb einer Volkswirtschaft (durch natürliche und juristische Personen) erwirtschaftet wird.
- Der Slogan „Recht auf Arbeit“ meint wohl diese produzierende Art von Arbeit.
- Nun sollte der Staat sein Augenmerk nicht nur auf diese Arbeit richten, sondern vor allem darauf, dass jeder Bewohner dieses Staates durch gerechte Verteilung die Möglichkeit hat, ein sinnvolles Leben zu führen.
- Der Staat muss daher für gerechte Verteilung des Brutto-National-Produktes sorgen.
Für die Politik ist das eine unlösbare Aufgabe, der sie sich nur bestmöglich nähern kann.
Für ihr ehrliches Bemühen darum sollte die Politik Dank und nicht (unverständige) Kritik ernten.
- Der Staat vermehrt seinen Wohlstand nicht nur durch produzierende Arbeit, sondern auch durch vielen unbezahlte Tätigkeiten seiner Bevölkerung, wie die nicht hoch genug zu schätzenden Ehrenamtlichen Dienste, beispielsweise bei Rettung, Feuerwehr, Bergrettung, Altenpflege, Zivildienst ect. Auch die vielen Hilfen im Familien-und Bekanntenkreis, die oft bis in die Nacht reichenden Vorbereitungsstunde, die Lehrer und Wissenschaftler leisten, gehören dazu. Diese demonstrative Liste könnte man beliebig lange fortsetzen z.B. beim Gedanken an Polizei, Heer usw.
Soziale Probleme
- Menschen, die keiner produktiven Arbeit nachgehen, werden sehr oft „über die Achsel“ angesehen. Natürlich verleiht den produktiv Arbeitenden ihre Tätigkeit Selbstbewusstsein und Ansehen. Das Ansehen hängt dabei auch mit der Wichtigkeit der geleisteten Arbeit für die Allgemeinheit zusammen oder auch mit der Qualität der hergestellten Produkte, wie bei Künstlern oder Ärzten.
Das alles ist aber kein Grund für Überheblichkeit. Einen Mitmenschen respektlos zu behandeln, weist auf mangelnde Persönlichkeits-Bildung und -Entwicklung hin, die den Betreffenden wertmäßig weit unter den Missachteten stellt.
Das „Recht auf Arbeit“ bringt nicht nur charakterliche Schwächen an den Tag. Es fördert die Gefahr der Klassenspaltung.
Rousseau hat in seiner ersten, sehr beachteten Veröffentlichung darauf hingewiesen, dass die Klassenspaltung damit begonnen hat, dass ein Mensch ein Stück Boden eingezäunt und zu seinem Besitz erklärt hat.
Produkte-Herstellende sind keineswegs besser und wichtiger als andere.
Bemerkung:
Auch manche Arbeitslose betreffende Gesetze fördern die Klassenspaltung.
Ad 8) Probleme der produktiven Arbeit
- Die produktive Arbeit hat eine weitere gravierende Auswirkung. Es muss die Produktivität der Arbeit ständig wachsen. Es wird viel Unnötiges erzeugt, das auch wieder verkauft werden muss. Dazu dient nicht nur der zum Wohlergehen notwendige Bedarf; das bringt zu wenig. Es muss der unnötige und überflüssige Bedarf angeheizt werden, um alles Erzeugte absetzen zu können.
- Um das zu erreichen, werden zu Gunsten des Gewinns Ressourcen der Erde in nicht notwendigerweise verbraucht und das Klima geschädigt. Und zwar so geschädigt, dass die Existenz der Menschheit gefährdet ist.
- Auch das Wachsen des Besitzes der Reichen ist mit dieser Überproduktion verbunden und die Schere zwischen arm und reich vergrößert sich unaufhaltsam, solange Besitz für Produktion benötigt wird und damit entgolten werden muss.
- Der Staat sollte diese automatische Besitzvermehrung ausreichend dämpfen.
Bemerkung:
Andererseits sollte der Staat auch dafür sorgen, dass durch Arbeit erworbenes Eigentum nicht durch stetige Entwertung des Geldes seinen Wert verliert. Hier könnten z.B. Banken verpflichtet werden, Sparkonten und Sparbücher, mit deren Geld sie arbeiten, deren Anfangswert zu erhalten, z.B. durch entsprechende Zinsen.
Produzierende Arbeit hat also sehr gravierende negative Effekte, die alle betreffen und alle in ihrer Existenz gefährden.
Ad 9) Lösungsvorschläge
- Diese Effekte sollten nicht durch Slogans wie „Recht auf Arbeit“ angeheizt werden.
- Vielmehr sollte das „Recht auf ein sinnvolles Leben“ aller im Staat Lebender zementiert und gefördert werden, nicht nur von der Politik, sondern von jedem Menschen im Umgang mit dem Nächsten und durch Bescheidenheit. Das „Recht auf Vermehrung des Wohlstandes“, das jeder zu besitzen glaubt, sollte hinterfragt und auf das gegenüber Klima und Ressourcen vertretbare Maß beschränkt werden.
- Das Gemeinwohl sollte im Vordergrund der Bemühungen, nicht nur der Politik, sondern jedes einzelnen stehen, und zwar in dem Sinn, dass das Wohl des ärmsten Bewohners des Staates der Maßstab für Qualität und Erfolg dieser Bemühungen ist.
Walter Kapral, 19. Mai 2024
