In der christlichen Religion ist Liebe einer der wichtigsten Begriffe.
Ich habe einige wichtige Texte aus der Bibel herausgesucht:
- In der Heiligen Schrift ist im 1. Johannes-Brief (1 Joh. 4,7-12) zu lesen: Gott ist die Liebe.
- Und im Matthäus-Evangelium ( 22, 36-39) antwortet Jesus auf die Frage nach dem wichtigsten Gebot, dass das das Gebot der Gottes- und Nächsten-Liebe ist.
- Wie und bei wem Nächstenliebe geübt werden soll, ist auch im Matthäus-Evangelium ( 5, 43 -47) nachzulesen.
- Wie die Nächstenliebe gelebt werden soll, findet man im Matthäus-Evangelium ( 5, 38-42)
- Eine Beschreibung der Liebe hat Paulus gegeben ( Brief an die Korinther 13, 1-13)
Ad 1)1 Joh. 4,7-12
Liebe Brüder und Schwestern, wir wollen einander lieben; denn die Liebe ist aus Gott, und jeder, der liebt, stammt von Gott und erkennt Gott. Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist die Liebe.
Die Liebe Gottes wurde unter uns dadurch offenbart, dass Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben. Nicht darin besteht die Liebe, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat.
Liebe Brüder und Schwestern, wenn Gott uns so geliebt hat, müssen auch wir einander lieben. Niemand hat Gott je geschaut; Wenn wir einander lieben, bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollendet.
Ad 2)
Matth. 22, 36-39
Meister; welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste? Er antwortete ihm: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
Dieses Gebot der Nächstenliebe erstreckt sich nicht nur auf die Freunde, sondern auch auf die Feinde, wie Im Matthäus-Evangelium zu lesen ist:
Ad 3)
Matth. 5, 43 -47
Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet, denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Wenn ihr nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun dies nicht auch die Zöllner? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr da Besonderes? Tun dies nicht auch die Heiden?
Diese Forderung wird präzisiert und auf die Spitze getrieben in:
Ad 4)
Matth. 5, 38-42
Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge um Auge, Zahn um Zahn.
Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann haltet ihm auch die andere hin; wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel, und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm; wer dich bittet, dem gib und wer von dir borgen will, den weise nicht ab.
Hier ist wieder eine Stelle, in der der Evangelist plakativ vorgeht, um die Wichtigkeit der Feindes-Liebe hervorzuheben.
Er meint sicher nicht, dass wir uns von jedem, dem danach ist, verprügeln lassen sollen, oder jedem, der uns bestehlen will, noch etwas dazu geben sollen. Er meint, dass wir in unserer Liebe zum Äußersten, das uns möglich ist, gehen sollen, vor allem, wenn es darum geht, unseren Widerpart vom Bösen abzubringen. Paulus nennt das: Glühende Kohlen auf sein Haupt häufen (Röm 12, 20-21)
Ad 5)
Wie die Liebe ist, beschreibt Paulus in seinem 1. Korinther-Brief im 13. Kapitel, in den Versen 1-13 mit einmaligen Worten:
Das Hohelied der Liebe Paulus, 1. Brief an die Korinther 13, 1-13
- Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, / hätte aber die Liebe nicht, / wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke.
- Und wenn ich prophetisch reden könnte / und alle Geheimnisse wüsste / und alle Erkenntnis hätte; / wenn ich alle Glaubenskraft besäße / und Berge damit versetzen könnte, / hätte aber die Liebe nicht, / wäre ich nichts.
- Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte / und wenn ich meinen Leib opferte, um mich zu rühmen, / hätte aber die Liebe nicht, / nützte es mir nichts.
- Die Liebe ist langmütig, / die Liebe ist gütig. / Sie ereifert sich nicht, / sie prahlt nicht, / sie bläht sich nicht auf.
- Sie handelt nicht ungehörig, / sucht nicht ihren Vorteil, / lässt sich nicht zum Zorn reizen, / trägt das Böse nicht nach.
- Sie freut sich nicht über das Unrecht, / sondern freut sich an der Wahrheit.
- Sie erträgt alles, / glaubt alles, / hofft alles, / hält allem stand.
- Die Liebe hört niemals auf. / Prophetisches Reden hat ein Ende, / Zungenrede verstummt, / Erkenntnis vergeht.
- Denn Stückwerk ist unser Erkennen, / Stückwerk unser prophetisches Reden;
- wenn aber das Vollendete kommt, / vergeht alles Stückwerk.
- Als ich ein Kind war, / redete ich wie ein Kind, / dachte wie ein Kind / und urteilte wie ein Kind. Als ich ein Mann wurde, / legte ich ab, was Kind an mir war.
- Jetzt schauen wir in einen Spiegel / und sehen nur rätselhafte Umrisse, / dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt ist mein Erkennen Stückwerk, / dann aber werde ich durch und durch erkennen, / so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin.
- Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; / doch am größten unter ihnen ist die Liebe.
Paulus sagt, Was ihm die Liebe bedeutet (Vers 1 bis 3)
Er sagt, Wie die Liebe ist (Vers 4-7)
Er beschreibt, Wie wichtig die Liebe ist (Vers 8-9)
Er beschreibt, Was und wie die Liebe sein wird. (10 bis 13)
Hier hat Paulus die Agape und nicht die sexuelle Liebe gemeint.
Nach den Zitaten aus der Bibel, will ich auch einen weltlichen Schriftsteller über die Liebe zu Wort kommen lassen. In seinem Buch über Ärztliche Seelsorge widmet der weltbekannte Arzt Viktor Frankl im Abschnitt über die Existenzanalyse der Liebe das 4. Kapitel (Seite 174 bis 215).
Zunächst schreibt Frankl vom Sinn der Liebe:
- Die Sinnhaftigkeit der menschlichen Existenz ist fundiert durch die Einzigartigkeit und Einmaligkeit der Person.
- Gemeinschaft verleiht erst der persönlichen Einzigartigkeit und Einmaligkeit Sinn.
- Im Besonderen tut das die Zweisamkeit, die innige Gemeinschaft eines Ich mit einem Du.
- Liebe ist das Erleben des anderen Menschen in dessen Einzigartigkeit und Einmaligkeit.
- Im Geliebt-Werden wird der geliebte Mensch in seinem Da-Sein als einmaliges und einzigartiges Wesen erfasst.
- Der Liebende erfährt durch die Liebe eine innere Bereicherung, die über das Du hinausgeht: Für den Liebenden erscheint der ganze Kosmos in strahlenden Glanz seiner Werte.
- Neben die Gnade des Geliebt-Werdens tritt das Wunder der Liebe: Das Kind.
- Liebe-Erfahren ist kein Verdienst, sondern eine Gnade.
Es sei eine Bemerkung gestattet:
Goethe hat das Wunder der Liebe in zwei Versen wunderbar zusammengefasst
Faust 2. Teil 3. Akt, Vers: 9699 – 9703
„Liebe, menschlich zu beglücken,
Nähert sie ein edles Zwei,
Doch zu göttlichem Entzücken
Bildet sie ein köstlich Drei“
Weiter schreibt Frankl über Sexualität, Erotik und Liebe:
- Der Mensch wird von Frankl (und seiner Schule) als Totalität von drei Dimensionen Körper-Psyche -Geist gesehen.
- Den drei Dimensionen entsprechen drei mögliche Formen der sexuellen Einstellung.
- Die primitivste Einstellung ist die sexuelle: Hierbei geht von der körperlichen Erscheinung einer Person ein sexueller Reiz aus, der in einem anderen sexuell eingestellten Menschen den Sexualtrieb auslöst, also diesen Menschen in seiner Körperlichkeit angreift.
- Die nächsthöhere Einstellung zum Partner ist die erotische. Der erotisch eingestellte Mensch ist dabei nicht nur ein sexuell Erregter, er ist auch ein Verliebter. Die Verliebtheit ist auf die Psyche des Partners gerichtet, erreicht aber nicht dessen Geist.
- Liebe ist das direkte Eingestellt-Sein auf die geistige Person des geliebten Menschen. Der liebende Mensch ist nicht (nur) verliebt in die körperlichen und seelischen Eigenschaften des anderen, also in etwas, das dieser Mensch hat. Er liebt den geliebten Menschen wie und was er ist.
Ich würde das Wesen der Liebe so zusammenfassen:
- Liebe ist die wunderbarste und innigste Beziehung zum anderen.
- Nicht Sexualität oder Verliebtheit, sondern nur die Liebe entspricht der Einmaligkeit und Einzigartigkeit der menschlichen Person.
Die Agape-Liebe ist Gegenstand meiner folgenden Betrachtungen:
In seinem Brief (1 Kor 13, 1-13) sagt Paulus nicht, WAS die Liebe IST.
Kein Mensch kann sagen, was die Liebe ist. So ergibt sich die Frage: Wieso können wir wissen, dass es die Liebe gibt?
Wir können die Liebe tagtäglich fühlen,
Dieses Gefühl lässt sie für uns erfahrbar sein,
Und ermöglicht, uns von ihr beglücken zu lassen.
Ähnlich verhält es sich mit dem beispielsweise auch mit dem Begriff des SEINS.
Dass wir sind, erfahren wir tagtäglich in unserem Bewusstsein wie, aber nicht was das Sein eigentlich ist. (Daher ist die Frage „warum gibt es etwas und nicht nichts“ nicht zu beantworten). Wieso ich weiß, dass mein Sein ist, hat Descartes beantwortet mit dem Satz „Ich zweifle, also bin ich“. Auch er sagt nicht, was das Sein ist.
Im Leben erkennen wir vieles nur dadurch, dass wir es erleben und fühlen.
Obwohl ich nicht weiß, was Liebe ist, will ich versuchen, ihrer Bedeutung für mein/unser Sein nachzugehen.
Dazu folgende Axiome:
- Liebe ist ein Geschenk, das wir nur geben oder erhalten können.
- Der Gegensatz von „Geschenk“ ist das „Haben Wollen“.
- Liebe macht glücklich.
- Haben-Wollen erzeugt Streit und Hass (Rousseau).
- Liebe ist für den Frieden wichtig.
Zu 1)
Ein Geschenk ist eine Gabe, die wir ohne eigenes Zutun erhalten. Die Natur beschenkt uns liebevoll mit allem, was wir für unsere Existenz brauchen: mit Luft, Wasser, Energie (Wärme), Nahrung mit Hilfe der ihr innewohnenden Kräften, deren Gesetzmäßigkeit wir mit Physik, Chemie und Mathematik zu erfassen trachten.
Zu 2)
Das Haben-Wollen veranlasst uns, mit unserem Tun das Gewollte mit Gewalt in unseren Besitz zu bringen. Von liebevoll kann hier nicht die Rede sein. Um beim Beispiel Natur zu bleiben, sollten wir unsererseits der Natur mit aufrichtiger Liebe, mit dem Geschenk der Pflege und Hochschätzung antworten und nicht mit von Habsucht getriebener Ausbeutung und Zerstörung.
Zu 3)
Liebe macht uns glücklich, weil sie unsere Existenz, das heißt uns, ohne unser Zutun bejaht, schätzt und will. Sie ist uns um unserer Einmaligkeit und Einzigartigkeit (Frankl) willen geschenkt. So sind wir in ihr geborgen. Wir sind für den anderen und der andere für uns wichtig geworden. Dadurch bekommt unser Leben Sinn und Verantwortung für den anderen und für uns selbst. Und das bereitet uns echte Freude und echtes Glück.
Zu 4)
Hingegen tritt das Haben-Wollen sofort in Widerspruch zu dem Haben-Wollen des anderen. Der andere ist unserem Wollen im Weg. Die Konsequenzen sind unübersehbar.
Die Ursache für das Haben-Wollen liegt in der Lusterwartung durch den Besitzer. Die Lust und das Haben-Wollen beziehen sich nur auf uns selbst und zerstört Vertrauen und Geborgenheit im anderen.
Der Lebenssinn, der nur im anderen zu finden ist, geht verloren. Reichtum macht nicht glücklich. Wie es in der Bibel heißt, bringt uns ein Weltgewinn keinen Nutzen, sondern nur Schaden für die Seele.
Auch die derzeit gehandhabte Art der Werbung, die nur der Förderung des Konsum- und Erzeugungs-Kreislaufes dient, kurbelt unser Haben-Wollen und den damit erwarteten Lustgewinn an. Sie fördert nicht unsere Freude und unser Glück, sondern in letzter Konsequenz nur die Ausbeutung und Zerstörung der Natur.
Zu 5)
Ein Ende von Krieg, Unterdrückung und Zerstörung wird es nur geben, wenn unser Wollen und Bemühen nicht auf uns selbst, sondern liebevoll auf das Wohlergehen des anderen gerichtet ist. (Siehe Matth. 5, 43- 47)
Selbst für den einzelnen Menschen ist es aber fast unmöglich, den Streit mit dem Nachbarn durch verständnisvolles Eingehen auf dessen Wünsche, geschweige denn Hintanstellen der eigenen Wünsche zu beenden. Die „glühenden Kohlen“ des Paulus sind für die meisten Menschen nur lebensfremde, graue Theorie.
Wie sollten erst Staaten diesen Weg einzuschlagen versuchen.
So bilden Schlag und womöglich stärkerer Gegenschlag eine Quelle für steigenden Hass. Gegenseitiges Verstehen scheint nur ein Zeichen der Schwäche zu sein.
Daniel Barenboim, der berühmte Dirigent, hat mit der Gründung des Jugendorchesters, bestehend aus Palästinensern und Israelis, vorgezeigt, wie Versöhnung gehen kann.
Wichtig ist, den heranwachsenden Menschen in seinen Prägungsphasen mit Liebe so zu umgeben, dass die Liebe in seinem Leben die wichtigste Stelle einnimmt.
Dazu gehört das Wissen um:
- Seine und des Anderen Einmaligkeit und Einzigartigkeit.
- Unterschied von Glück und Lust.
- Sinn- und Freudegewinn gibt es nur, wenn dem Anderen Liebe und Verantwortung geschenkt wird.
- Das Haben-Wollen lässt sich nur auf Kosten des Anderen realisieren. Es bringt zwar zunächst Lustgewinn, später aber Verlust von Freude und Glück, (Frankl)
- Liebe ist für den Frieden wichtig.
Abschließend noch Gedanken zu Kirche und Sexualität
Man hat den Eindruck, dass die Kirche den Sexualverkehr auch von einander liebenden Eheleuten nur gestattet, wenn damit jedes Mal die Möglichkeit der Entstehung eines neuen Lebens gegeben ist.
Der Sexualakt allein ist etwas Sündhaftes.
Im sogenannten Beichtspiegel wird meist sehr ausführlich über die Sünde gegen die Keuschheit geschrieben und man hat den Eindruck, dass der Sexualakt negativ bewertet wird.
Das geht wohl auf den Einfluss der Gnosis, speziell des Manichäismus, zurück. In diesen Religionen wird Sexualität der bösen Welt zugerechnet.
Augustinus, der große Heilige und Kirchenlehrer war ja in seiner Jugend Manichäer. Das Verhältnis mit seiner Jugendliebe hat er vor seinem Übertritt in das Christentum als sündhaft aufgelöst (Diesen Vorgang habe ich verkürzt dargestellt). Dass dabei die christliche Liebe zu kurz gekommen ist, wird ihm, zu Recht, negativ angekreidet. Er war auch der Meinung, dass die Erbsünde beim Geschlechtsakt weitergegeben werde.
Seine Bekenntnisse sind ein hervorragender, ehrlicher Bericht über ihn selbst und seinen Weg zu Gott, den man nur mit Bewunderung und Ehrfurcht zur Kenntnis nehmen kann. Dieses und sein großartiges philosophisch-theologisches Werk hat ihm großes Ansehen in der Kirche gebracht und seine Manichäische Meinung fortbestehen lassen.
Wenn man das Buch Genesis des Alten Testaments liest, fällt einem sicher auf, dass mit dem Auftrag, sich zu mehren an alle Lebewesen, von einer negativen Besetzung der Sexualität nicht die Rede ist. Dass sie der Würde des Menschen entsprechend vollzogen werden soll, ist dabei selbstverständlich und geht aus der Bibel klar hervor.
Stete Liebe (siehe Frankl) und Sexualität fördern einander und sind an sich notwendig und gut.
Seit dem Fortschritt der Medizin in der Empfängnisverhütung ist es nicht mehr notwendig, die sogenannte Methode nach Knaus-Ogino anzuwenden, die von der Kirche noch immer empfohlen wird. Sie ist ein typisches Beispiel für Umgehung des Gottes-Willens durch scheinbare Erfüllung desselben.
Die Entstehung neuen Lebens ist nicht mehr zwangsläufig mit dem Zufall gekoppelt. Die Eltern haben heute die Möglichkeit, ihre Mitwirkung an der Entstehung neuen Lebens selbst in die Hand zu nehmen und verantwortungsvoll auszuüben. An dieser Ausübung sollten sie nicht zu Gunsten eines (von Gott gewollten?) Zufalls gehindert, sondern gefördert werden.
Zusammenfassend darf gesagt werden:
- Liebe ist im ganzen Sein das Wichtigste.
- Nur die Liebe gibt dem Leben Freude und Sinn.
- Liebe lenkt unsere Aufmerksamkeit von uns ab und auf den Nächsten hin.
- Nur so finden wir zu einem guten Leben.
- Die Botschaft. dass Gott die Liebe ist, ist wohl eine der wichtigsten Inhalte des christlichen Glaubens.
- Ohne Liebe gebe es wahrscheinlich, meiner Meinung nach, überhaupt keine Schöpfung.
- Durch den Verlust des Glaubens an Gott und seine Liebe und die Begrenztheit der Lebenszeit werden viele Menschen versucht, möglichst viel Genuss und Lust herauszuholen unter Verzicht auf die dabei hinderliche Liebe. Jedes Hindernis wird gehasst, bekämpft und womöglich beseitigt. Ihnen selbst entgleitet das Leben.
- Dies hängt damit zusammen, dass zur Begründung für ethisches Verhalten seit dem „Tod Gottes“ (Nietzsche) einfache und leicht einsehbare Argumente fehlen.
- Frieden unter den Menschen wird es nur geben, wenn die Gewaltspirale der Liebe Platz macht. Dies ist gegenwärtig leider nur ein utopischer Wunsch.
- Liebe und Kind sollten auch in der christlichen Ehe verantwortungsvoll mit den heute zu Verfügung stehenden Mitteln geplant und nicht dem von der Kirche empfohlenen Zufall (Knaus-Ogino) überlassen werden.
Walter Kapral, 8. September 2023
