Die Existenz Gottes, ist sie für den menschlichen Verstand ein Axiom?

Was ein Axiom ist, habe ich mir von der KI (künstliche Intelligenz) sagen lassen und findet sich auf der Homepage. Diese Mitteilung der KI deckt sich mit meiner Ansicht.

Die Definition des Begriffes Axiom werde ich weiter unten in Erinnerung rufen.

Augustinus widmet die ersten zehn Bücher seiner Bekenntnisse seinem Weg zu Gott, den Begriff „Gott“ setzt er voraus. Er befasst sich zunächst mit der Gottesvorstellung des Manichäismus. Dann dankt er Gott aus der retrograden Sicht seines Bekehrungserlebnisses für die Gnade, dass der Herr ihn durch viele Erlebnisse zum christlichen Glauben geführt hat.

Kein Wort von Zweifel an der Existenz Gottes. Das ist für Augustinus selbstverständlich.

Die Existenz Gottes wurde offensichtlich am Anfang der Bildung eines Gottes-(Götter-)Begriffes kaum hinterfragt. Erst in der Renaissance hat Michel de Montaigne in seinen „Essais“ (1580) die Begrenztheit des menschlichen Wissens untersucht und argumentiert, dass wir nichts Sicheres über die Existenz Gottes wissen können.

Ich habe mich an KI (künstliche Intelligenz) gewandt, um einige wesentliche Gesichtspunkte zu klären:

Meine erste Frage an KI (ChatGPT) war die Möglichkeit der Entstehung eines Götter-(Gott-)Glaubens.

 

Frage 1: Können Sie mir einen Überblick geben, wie die frühe Menschheit zum Götter-(Gottes-)Begriff gekommen sein könnte?

ChatGPT:
Die Entstehung von Götter- und Gottesvorstellungen in der frühen Menschheit ist ein komplexes Thema, das tief in der menschlichen Geschichte verwurzelt ist. Es gibt keine eindeutige Antwort, aber mehrere Theorien und Hypothesen können helfen, einen Überblick darüber zu geben, wie diese Vorstellungen entstanden sein könnten.

  1. Naturphänomene und ihre Erklärung
    Frühere Menschen waren stark von ihrer Umwelt abhängig und versuchten, Naturphänomene zu verstehen, die sie nicht erklären konnten, wie Gewitter, Erdbeben, Sonnenauf- und -untergang, Jahreszeitenwechsel usw. Da diese Ereignisse mächtig und oft bedrohlich wirkten, wurden sie möglicherweise als Ausdruck übernatürlicher Kräfte oder Wesenheiten interpretiert. Dies könnte zur Vorstellung von Göttern geführt haben, die diese Naturkräfte kontrollierten.
  2. Animismus
    Der Animismus ist eine der frühesten religiösen Vorstellungen, die besagt, dass nicht nur Menschen, sondern auch Tiere, Pflanzen, Flüsse, Berge und sogar unbelebte Objekte eine Art Geist oder Seele besitzen. Diese Vorstellung könnte der Ursprung von Götter- und Geisterverehrung sein, da Menschen versuchten, sich mit diesen Geistern gutzustellen oder sie zu besänftigen.
  3. Ahnenverehrung
    Die Ahnenverehrung ist eine weitere mögliche Quelle für die Entstehung von Gottesvorstellungen. Frühe Menschen könnten begonnen haben, verstorbene Angehörige zu verehren und zu glauben, dass diese Ahnen nach dem Tod weiter existieren und Einfluss auf das Leben der Lebenden haben. Diese Ahnen könnten in der Vorstellung der Menschen allmählich zu göttlichen oder halbgöttlichen Wesen geworden sein.
  4. Schamanismus und spirituelle Erlebnisse
    Schamanen waren in vielen frühen Gesellschaften spirituelle Führer, die behaupteten, mit der spirituellen Welt in Kontakt treten zu können. Ihre Rituale, Trancen und Visionen könnten die Vorstellung genährt haben, dass es eine unsichtbare Welt voller mächtiger Wesen gibt, die das Leben beeinflussen können. Diese Wesen könnten später als Götter interpretiert worden sein.
  5. Soziale und kulturelle Bedürfnisse
    Religion und der Glaube an Götter könnten auch eine soziale Funktion gehabt haben. Gemeinsame religiöse Überzeugungen und Rituale könnten Gemeinschaften zusammengeschweißt und soziale Ordnung geschaffen haben. Der Glaube an höhere Mächte könnte auch genutzt worden sein, um moralische Normen und Gesetze durchzusetzen, indem er die Idee von göttlicher Bestrafung oder Belohnung einführte.
  6. Personalisierung und Anthropomorphismus
    Im Laufe der Zeit könnten abstrakte Naturkräfte und Konzepte personifiziert worden sein. Das bedeutet, dass die Menschen begannen, sich diese Kräfte als Wesen mit menschlichen Eigenschaften (Anthropomorphismus) vorzustellen. So könnten Wind, Sonne oder Krieg nicht mehr nur als Phänomene betrachtet worden sein, sondern als Götter wie der griechische Zeus (Herr des Himmels) oder der römische Mars (Gott des Krieges).
  7. Mythologische Erklärungen
    Frühe Mythen und Geschichten über die Entstehung der Welt, das Leben und den Tod könnten ebenfalls zur Entwicklung von Göttervorstellungen beigetragen haben. Diese Mythen dienten dazu, die Existenz der Welt und der Menschen darin zu erklären und den Platz des Menschen im Kosmos zu bestimmen.

Fazit

Die Vorstellung von Göttern und göttlichen Kräften entstand wahrscheinlich aus einer Mischung von Erklärungsversuchen für unerklärliche Naturphänomene, der Verehrung von Vorfahren und Geistern, sowie aus sozialen und kulturellen Bedürfnissen. Diese Überzeugungen entwickelten sich über Jahrtausende und wurden in Mythen, Ritualen und Religionen weiter verfeinert, die bis heute einen großen Einfluss auf die Menschheit haben.

Frage 2: Von Paulus bis Meister Eckhart wird die Existenz Gottes nicht angezweifelt und als gegeben angesehen. Wann ist philosophisch die Gottes-Existenz hinterfragt worden?

ChatGPT:
Die philosophische Hinterfragung der Existenz Gottes hat sich im Laufe der Geschichte schrittweise entwickelt und wurde besonders in der Zeit der Aufklärung und mit dem Aufkommen des modernen Atheismus intensiviert. Hier ist ein Überblick über die Entwicklung der philosophischen Skepsis gegenüber der Existenz Gottes:

Frühe Skepsis und Zweifel (KI)

  1. Vorsokratiker und Sophisten (5. Jahrhundert v. Chr.)
  • Protagoras: Dieser Sophist behauptete: „Der Mensch ist das Maß aller Dinge“, was bedeutet, dass alle Erkenntnisse subjektiv sind. Protagoras wurde für seine Agnostizität gegenüber den Göttern bekannt, indem er sagte: „Über die Götter kann ich nichts sagen, weder dass sie sind noch dass sie nicht sind.“
  • Xenophanes: Er kritisierte die anthropomorphen Götterbilder und behauptete, dass, wenn Tiere Götter hätten, sie diese nach ihrem eigenen Bild gestalten würden.
  1. Epikur und Lukrez (3. Jahrhundert v. Chr. – 1. Jahrhundert v. Chr.)
  • Epikur: Er entwickelte eine Naturphilosophie, die die göttliche Einmischung in die Welt und in das menschliche Leben leugnet. In seiner Lehre sind die Götter zwar existent, aber sie kümmern sich nicht um das menschliche Geschehen.
  • Lukrez: Er baute auf Epikurs Ideen auf und betonte, dass die Welt durch natürliche Prozesse ohne göttliche Intervention erklärt werden kann.

Mittelalterliche und Renaissance-Skepsis

  1. Islamische Philosophie und Theologie
  • Averroes (Ibn Ruschd): Obwohl ein gläubiger Muslim, führte er eine strikte Trennung zwischen Glauben und Vernunft ein. Seine Kommentare zu Aristoteles legten die Grundlagen für eine rationalistische Sichtweise, die später in Europa aufgegriffen wurde.
  1. Renaissance und Frühneuzeit
  • Michel de Montaigne: In seinen „Essais“ (1580) untersuchte Montaigne die Begrenztheit des menschlichen Wissens und argumentierte, dass wir nichts Sicheres über die Existenz Gottes wissen können.

 Die Aufklärung und die Moderne

  1. Aufklärung (17. – 18. Jahrhundert)
  • René Descartes: Während Descartes selbst ein überzeugter Theist war, förderte seine Methodik des radikalen Zweifels („Cogito, ergo sum“) eine skeptische Haltung, die auch die Existenz Gottes hinterfragte.
  • David Hume: Hume kritisierte die traditionellen Argumente für die Existenz Gottes (wie den kosmologischen und den teleologischen Beweis) und betonte, dass sie auf unbegründeten Annahmen und Analogien basieren. Er argumentierte, dass unsere Vorstellung von Ursache und Wirkung nicht auf die Frage der Existenz Gottes angewendet werden kann.
  • Voltaire und die Deisten: Viele Aufklärer kritisierten die organisierte Religion, selbst wenn sie die Existenz eines Schöpfers anerkannten. Sie argumentierten für einen Gott, der die Welt geschaffen hat, sich aber nicht mehr in ihr einmischt.
  1. 19. Jahrhundert
  • Ludwig Feuerbach: In seinem Werk „Das Wesen des Christentums“ (1841) argumentierte Feuerbach, dass die Idee Gottes eine Projektion menschlicher Eigenschaften und Wünsche sei.
  • Friedrich Nietzsche: Nietzsche proklamierte den „Tod Gottes“ als eine kulturelle Tatsache in seiner „Fröhlichen Wissenschaft“ (1882), was bedeutete, dass die westliche Kultur ihren Glauben an einen christlichen Gott verloren hatte und nun mit den Folgen leben müsse.
  1. 20. Jahrhundert und darüber hinaus
  • Existentialismus und Atheismus: Philosophen wie Jean-Paul Sartre und Albert Camus stellten die Existenz Gottes in Frage und betonten die Absurdität des Lebens ohne einen göttlichen Sinn.
  • Analytische Philosophie: Philosophen wie Bertrand Russell und Antony Flew argumentierten gegen die Existenz Gottes auf der Grundlage logischer und empirischer Analysen.

Zusammenfassung

Die systematische philosophische Hinterfragung der Existenz Gottes begann in der Antike und entwickelte sich durch verschiedene Epochen bis in die Moderne. In der Aufklärung gewann diese Skepsis an Fahrt, als Denker die traditionellen Beweise und Vorstellungen von Gott kritisch analysierten. Seitdem haben viele Philosophen die Frage nach der Existenz Gottes aus verschiedenen Blickwinkeln untersucht, und die Diskussion bleibt bis heute relevant und kontrovers.

Soweit KI

Betrachtung

Die Existenz Gottes zu beweisen, ist von bedeutenden Denkern versucht worden.

Ich möchte nicht zu allen „Gottesbeweisen“ Stellung nehmen, sondern nur einige herausgreifen:

Ein Überblick über einige „Gottesbeweise“:

  1. Anselm von Canterbury
  2. Thomas von Aquin
  3. Kant
  4. Gödel
  5. Pascalsche Wette

 

Zu 1) Anselm von Canterbury (1033 bis 1109) hat einen sehr bekannten „Gottesbeweis“ vorgelegt

Anselm von Canterbury ist ein tiefer Denker. Er ist auch ein tiefgläubiger Christ. Ich glaube nicht, dass er den Überstieg von Denken und Sein übersehen hat, vielmehr, dass er diesen Beweis versucht hat in seinem Glauben an Gott. Seine Gedanken hat er im Poslogion (Anrede) in der in der Form eines Dialogs mit Gott (ähnlich wie Augustinus) gestaltet.

Der wesentliche Satz darin ist folgender: Es muss etwas, über das hinaus Größeres nicht gedacht werden kann, existieren.

Ich glaube, Anselm geht von folgenden Axiomen und Schlüssen aus:

  • Wenn Gott existiert, muss er vollkommen sein,
  • Wenn Gott nicht existiert, ist er nicht vollkommen.
  • Der Mensch kann Gott nur als vollkommen denken
  • Also muss Gott existieren
  • Gott ist größer, als gedacht werden kann

Kritik:

  • Der Mönch Gaunilo von Mamutier hat noch zu Lebzeiten des Anselm gemeint, dass das Axiom vom Denken zum Existieren nicht möglich ist (Wenn man an eine wunderbare Insel denkt, muss diese deswegen noch nicht existieren).
  • Thomas von Aquin lehnt Anselms ontologisches Argument ab.
  • Auch Kant hat den Überstieg von einer Seinsweise in eine andere abgelehnt: Der entscheidende Fehler ist „dass ein möglich gedachtes Ding seinem Begriffe nach bereits ein Dasein implizieren soll“.
  • Literatur: Klaus Müller, „Gott erkennen“ Seite 57

Auch ich halte, trotz meines beschränkten menschlichen Verstandes, die Schlüsse von Anselm nicht für einen einwandfreien Gottes-Beweis.

Zu 2) Thomas von Aquin (1225 bis 1274) will mit seinen fünf Thesen keinen Gottesbeweis erbringen. Er Sagt nicht „Und das ist Gott“ sondern „Das nennen wir Gott“.

Via I: Bewegungsbeweis

Es muss einen ersten Beweger geben, der die Welt in Gang gesetzt hat.

Via II: Kausalitätsbeweis

Wirkursachen können sich nicht selbst hervorgebracht haben. Es muss eine Ursache geben.

Via III: Kontingenzbeweis

Ein Kontingentes Sein muss eine Ursache haben, die außerhalb dieses Seins existiert.

Via IV: Stufenbeweis

Es gibt verschiedene Seinsstufen (Grad des Edlen, Wahren, Guten).  Es muss ein vollkommenes Sein geben, das die Seinsstufen hervorgebracht hat.

Via V: Finalitätsbeweis

Auch die vernunftlosen Wesen wurden auf ein Ziel hin geordnet.

Literatur: Klaus Müller. Gott erkennen, Seite 34 bis 43

Zu 3) Immanuel Kant (1724 bis 1804) In seiner „Kritik der praktischen Vernunft“ (1788) versucht Kant, das Dasein Gottes als Postulat der praktischen Vernunft denkmöglich zu machen. Man nennt diesen Versuch auch den „moralischen Gottesbeweis“.

Klaus Müller, Gott erkennen, Seite 33

Zu 4) Kurt Gödel, (28. April 1906 bis 14. Januar 1978), der große Mathematiker hat mathematisch genau jeden Schritt seiner Analyse festgehalten:

Axiom 1: Entweder eine Eigenschaft oder ihre Negation sind positiv
Axiom 2: Eine aus einer positiven Eigenschaft folgende Eigenschaft ist positiv
Theorem 1: Positive Eigenschaften kommen möglicherweise einem Wesen zu
Definition 1: Göttlich ist ein Wesen, falls es alle positiven Eigenschaften besitzt
Axiom 3: Göttlich ist eine positive Eigenschaft
Korollar: Möglicherweise existiert ein göttliches Wesen
Axiom 4: Positive Eigenschaften sind notwendigerweise positiv
Definition 2: Eine Eigenschaft eines Wesens ist essentiell, falls diese alle seine Eigenschaften notwendigerweise impliziert
Theorem 2: Göttlich ist eine Eigenschaft jedes göttlichen Wesens
Definition 3: Ein Wesen ist notwendigerweise existent, falls es all seine essentiellen Eigenschaften notwendigerweise erfüllt
Axiom 5: Notwendige Existenz ist eine göttliche Eigenschaft
Theorem 3: Ein göttliches Wesen existiert notwendigerweise

http://sammelpukt.philo.at>eprint> kirchner…

Zu 5) Pascalsche Wette

Vier Möglichkeiten, mit der Frage der Existenz Gottes umzugehen:

  • Man glaubt an Gott und Gott existiert; in diesem Fall wird man belohnt (Himmel, man hat gewonnen)
  • Man glaubt an Gott, und Gott existiert nicht; in diesem Fall gewinnt man nichts (verliert aber auch nichts)
  • Man glaubt nicht an Gott, und Gott existiert nicht; in diesem Fall gewinnt man auch nichts (verliert aber auch nichts)
  • Man glaubt nicht an Gott, und Gott existiert; in diesem Fall wird man bestraft. (Hölle, man hat verloren).

Diskussion:

Die Haupt-Argumente von Anselm und Gödel sind einander sehr ähnlich:

Zu Anselm:
Es muss etwas, über das hinaus Größeres nicht gedacht werden kann, existieren.

Für und Wider des Gottesbeweises nach Anselm sind oben schon diskutiert worden.

Zu Thomas von Aquin:
Diese fünf Beispiele ergeben alle keinen stringenten Gottesbeweis. Dieser ist auch von Thomas gar nicht angestrebt. Sie sind aus der Suche nach dem Urgrund entstanden.
(Siehe: W. Kapral, „Grund, Urgrund und Ursache“)

Meiner Meinung nach haben sie eher den Charakter einer (sehr wahrscheinlich richtigen) Meinung. Man neigt dazu, statt „Nennen wir Gott“ zu lesen „Das ist Gott“.  So hat es Thomas aber sicher nicht gemeint.

Zu Kant:
Das Postulat der Existenz Gottes ist notwendig zur Begründung des Kategorischen Imperativs. Darüber hinaus stützt es den Glauben an Gott.

Zu Gödel:
(ähnlich zu Anselms These, dass das größte Denkbare (Gott) existieren muss, sind folgende „Beweisschritte):

Theorem 2: Göttlich ist eine Eigenschaft jedes göttlichen Wesens
Definition 3: Ein Wesen ist notwendigerweise existent, falls es all seine essentiellen Eigenschaften notwendigerweise erfüllt
Axiom 5: Notwendige Existenz ist eine göttliche Eigenschaft
Theorem 3: Ein göttliches Wesen existiert notwendigerweise

Dazu zwei Meinungen:

  • Gödels Gottesbeweis ist zwar nicht wirklich kompliziert aber sieht in Formeln kurz gefasst zumindest ein bisschen eindrucksvoll aus und trägt außerdem den Namen des berühmten Logikers und Mathematikers Kurt Gödels. Noch dazu fand eine Computeranalyse heraus, dass Gödels Schlussfolgerungen aus den Annahmen, auf denen der Beweis basiert, den Regeln der Modallogik entsprechen.

Zitiert: https://de.richarddawkins,net>articles>warum-gödels-gottesbeweis- falsch ist

In der Modallogik spricht man statt von möglichen oder vorstellbaren Situationen auch von „möglichen Welten“.

Zitiert aus Google Wikipedia: https://de.wikipedia.org>wiki>modallogik

Es gibt auch Stimmen, die beweisen wollen, dass Gödel recht hat:

  • Die uralte Frage nach der Existenz Gottes bleibt natürlich unbeantwortet und ist abhängig von Sinnhaftigkeit und Realitätsbezug der gewählten Grundannahmen. Gödels Argumentationskette ist jedoch nachweisbar korrekt – so viel hat der Computer nach Ansicht der Wissenschaftler nun gezeigt.17.10.2013

Zitiert aus:  https://www. fu-berlin.de>presse>fup>fup_13_308

Dazu kritisch Stellung zu nehmen, fehlt mir die Kompetenz.

Für mich gibt es zu viele Parallelen zu Anselm. So glaube ich, dass Gödels Gottesbeweis zwar formal richtig ist, aber die Wahrscheinlichkeit, dass er wahr sein könnte, scheint mir gering zu sein.

Zu Pascal:
Was Pascal vorlegt, ist überhaupt kein Versuch eines Gottesbeweises, sondern eine Möglichkeit, wie man sich bei der Frage nach Gottes Existenz am besten zum eigenen Nutzen verhält.

Diese fünf Beispiele ergeben also keinen stringenten Gottesbeweis.

Meiner Meinung nach haben sie den Charakter einer (möglicherweise richtigen) Meinung.

Ist also die Existenz Gottes ein Axiom?

Ich darf in Erinnerung bringen die Definition „Axiom“:

  1. Axiome sind nicht zu hintergehen (zu hinterfragen)

Diese Definition betont die Rolle von Axiomen als grundlegende, nicht hinterfragbare Prinzipien. Axiome sind die fundamentalen Annahmen oder Startpunkte einer Theorie oder eines Systems, die nicht weiter bewiesen oder abgeleitet werden müssen. Sie sind die Basis, auf der weitere Überlegungen und Schlussfolgerungen aufgebaut werden. In diesem Sinne sind Axiome „nicht zu hintergehen“, weil jede weitere Argumentation auf ihnen basiert und ihre Gültigkeit voraussetzt. Sie sind feststehend und werden als gegeben angenommen, um überhaupt ein konsistentes System von Überlegungen oder Theorien entwickeln zu können.

  1. Axiome haben den Charakter einer Meinung

Diese Definition betont, dass Axiome in gewisser Weise subjektive Annahmen oder Überzeugungen darstellen, die von einer bestimmten Perspektive oder einem bestimmten Denksystem ausgehen. Während Axiome in einem bestimmten Kontext als selbstverständlich angesehen werden können, könnten sie in einem anderen Kontext oder aus einer anderen Perspektive heraus als fragwürdig erscheinen. In diesem Sinne haben Axiome „den Charakter einer Meinung“, weil sie letztlich auf einer grundlegenden Entscheidung oder Überzeugung basieren, die nicht zwingend universell gültig ist. Axiome sind somit nicht objektive Wahrheiten, sondern basieren auf einer angenommenen Gültigkeit innerhalb eines bestimmten Denksystems.

Zusammen betrachtet, spannen diese beiden Definitionen den Bogen zwischen der formalen Rolle von Axiomen als unantastbare Grundannahmen und der erkenntnistheoretischen Einsicht, dass diese Grundannahmen letztlich auch subjektiv oder kontextabhängig sein können. Ein Axiom ist daher einerseits ein unverzichtbarer Ausgangspunkt, der nicht hinterfragt wird, und andererseits eine grundlegende Annahme, die in einem anderen theoretischen Rahmen als bloße Meinung interpretiert werden könnte.

Soweit über die Definition „Axiom“.

Weiterführung der Frage, ist die Existenz Gottes ein Axiom:

  • Die genannten „Gottesbeweise“ sind nicht hinterfragbare Axiome. Man kann ihnen zustimmen oder sie ablehnen.
  • Für wissenschaftliche Arbeiten, die sich mit Gott beschäftigen, sind die Sätze „Gott existiert“ oder aber „Gott existiert nicht“ nur als Axiome verwendbar.
  • Im Hintergrund solcher Arbeiten steht die Tatsache, dass diese Axiome über die Existenz Gottes nur Meinungen sein können.
  • Der Satz „Gott existiert nicht“ ist ebenso wissenschaftlich nicht begründbar, weil die Axiome für diese Begründung ebenfalls nur Meinungen sind.
  • Die diskutierten Hinterfragungsversuche haben erbracht, dass das Axiom „Gott existiert“ ebenso wie das Axiom „Gott existiert nicht“ nicht beweisbar sind.

Zusammenfassung:

Die Frage, ob die „Existenz Gottes“ ein Axiom sei, diente zunächst als Ausgangspunkt für die Frage, wie die Menschheit zu einem Gottesbegriff gekommen sein könnte, sodann der Hinterfragung von „Gottesbeweisen“.

Als Resultat dieser Hinterfragung, meine ich, dass ein stringenter Gottesbeweis nicht existiert.

Die Aussagen „Gott existiert“ oder „Gott existiert nicht“ ist eine Meinung mit mehr oder geringerem Wahrscheinlichkeitswert für den einzelnen fragenden Menschen.

Die Frage nach der Existenz Gottes ist aber auch eine wichtige Basis für die Bildung unseres Weltbildes.

Und unser Weltbild ist die Basis für die Gestaltung unseres Lebens.

Die Aussagen über die Gottes-Frage sind wesentliche Axiome für viele Fragen unseres Lebens, wie zum Beispiel:

Der Sinn unserer Existenz,
Unsere Stellung im Sein und im Kosmos,
Ethik, gut und bös,
Sollen und Wollen,
Gerechtigkeit,
Gewissen,
Glaube usw.

Diese Aufzählung wird Sie vielleicht an den einen oder anderen Artikel von mir erinnern.

Wenn diese Erinnerungen von Ihnen positiv beurteilt werden, würde mich das sehr freuen.

Es war daher, glaube ich, notwendig, die Basis für unsere Frage nach Gott genauer unter die Lupe zu nehmen.

 

 

Walter Kapral, 1. September 2024